Am 22.04.2010 wird ein dezentraler Aktionstag für freie und emanzipatorische Bildung stattfinden. In vielen Städten in NRW sind Demos, Flashmobs und andere Aktionen geplant.
In Aachen rufen wir zu einer Demo im Rahmen dieses Aktionstages auf!
Start: 22.04.2010 // 11:30 Theaterplatz
Anmerkung:
Wir möchten euch darauf hinweisen, dass unsere Demo am 22. April 2010 in Aachen keine Wahlkampfveranstaltung im Hinblick auf die zwei Wochen später stattfindende Landtagswahl ist.
Deshalb beschränkt die Anzahl der Flaggen von allgemeinpolitischen Organisationen auf maximal 2-3. Generell sind die ersten Reihen für den Bildungsstreik vorbehalten.
Gemäß §6 VersG werden folgende Personen von der Teilnahme an der Gennanten Versammlung ausgeschlosse: VertreterInnen von NPD, DVU, Republikanern, KAL sowie andere Neonazis, Rechtsextreme und StörerInnen
Ein lokaler Aufruf geht in der nächsten Zeit online! Stay tuned!
UPDATE: Aachner Aufruf zum Bildungsstreik im Frühling 2010 jetzt online! Gleiche Chancen für alle! Bildungsperspektiven erkämpfen!
Darüber hinaus unterstützen wir als Aachner Bildungsstreikbündnis den auf den NRW-Weiten Bildungssstreik Treffen ausgearbeiteten Aufruf, den wir zusammen mit vielen anderen Bündnissen, Menschen, Organisationen & Gruppen gemeinsam tragen.
Wer sich aktiv an unseren Plena und Arbeitskreisen beteiligen will meldet sich am besten bei unserer Mailingliste an. (Achtung: hier können bis zu 5 Mails pro Tag kommen.)
Der Bildungsstreik geht weiter!
Die Bildung gehört allen!
Bildungsperspektiven jetzt gemeinsam erkämpfen.
Die Missstände im Bildungsbereich sind auf Entwicklungen zurückzuführen, die auch andere Lebensbereiche betreffen: Die Ausrichtung der Gesellschaft an wirtschaftlichen anstatt an gemeinwohlorientierten Interessen. Die Reformen der letzten Jahre wie Kopfnoten und Lehrzeitverkürzungen (G8), Studiengebühren und Bachelor/Master, Demokratieabbau an Hochschulen und Schulen, Privatisierungen und der Abbau der Mitbestimmungsrechte in den Betrieben entspringen diesem neoliberalen Leistungs- und Wettbewerbsgedanken. Bildung wird nicht als Teil des selbstbestimmten Lebens gesehen, sondern lediglich als eine Investition in den beruflichen Werdegang. Nicht emanzipatorische Bildung steht im Mittelpunkt des Systems, sondern die Verwertbarkeit des Menschen als Humankapital für Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Trotz des vorhandenen gesellschaftlichen Reichtums wird unsere Bildung weiter konsequent unterfinanziert.
Diese Entwicklung ist nicht weiter hinnehmbar! Im Rahmen des Bildungsstreiks haben in den letzten Monaten hunderttausende Bildungsaktivistinnen und –aktivisten durch Demonstrationen, Besetzungen und Protestaktionen ein Umdenken eingefordert. Uns geht es dabei um die Umstrukturierung des gesamten Systems Bildung. Bildung ist mehr als Ausbildung, sie ist eine wesentliche Voraussetzung, die gesellschaftlichen Verhältnisse zu verstehen, zu kritisieren und eine menschenwürdige, friedliche und demokratische Welt zu gestalten.
Die anhaltenden Proteste haben bei den Verantwortlichen in Medien, Wirtschaft und Politik jedoch zu wenig Wirkung gezeigt. Daher wollen wir unsere Forderungen erneut auf die Agenda setzen und das Thema Bildung bewusst jetzt, in die durch den Landtagswahlkampf politisierte Öffentlichkeit tragen. Wir fordern eine öffentliche Debatte zum Thema Bildung und rufen alle Menschen auf, sich Gedanken darüber zu machen, welche Bildungspolitik und darüber hinaus welche Gesellschaft wir in Zukunft wollen. Hierbei reicht es nicht aus, sich auf Wahlversprechen zu verlassen und die Politik den Parlamenten zu überlassen. Wir müssen die notwendigen Veränderungen mit Nachdruck und auch über die Landtagswahlen hinaus auf der Straße, in den Bildungseinrichtungen und in den Betrieben einfordern.
Hierbei lassen wir uns nicht in SchülerInnen, Auszubildende und Studierende trennen. Wir sind alle von einem Bildungssystem der Verwertungslogik, der Kommerzialisierung, der Entdemokratisierung und der sozialen Auslese betroffen. Deshalb fordern wir:
Grundrecht auf Ausbildung
Jedes Jahr fehlen in Deutschland über 100.000 Ausbildungsplätze. Mittlerweile sind über 1,5 Millionen junge Menschen ohne Ausbildung und die meisten von ihnen somit ohne berufliche Perspektive. In NRW werden dieses Jahr 9 von 10 Jugendlichen keinen Ausbildungsplatz finden. Wir fordern das Recht auf einen Ausbildungsplatz, das zugleich die freie Berufswahl nicht einschränkt. Finanziert werden soll dieses über eine Ausbildungsplatzabgabe von denjenigen Unternehmen, die nicht oder im zu geringen Umfang ausbilden und sich somit bisher ihrer gesellschaftlichen Verpflichtung (Duales System) entziehen.
Eine Schule für Alle!
Die Spaltung der SchülerInnenschaft in Gymnasiasten, Haupt-, Real-, und FörderschülerInnen führt zu einer sozialen Auslese und Elitenbildung. Wir wollen gemeinsam und voneinander lernen in einer Schule für alle, die die individuelle Förderung aller SchülerInnen gleichermaßen ermöglicht. Deutschland ist europaweit das einzige Land, das noch an dieser ständischen Schulgliederung festhält.
Abschaffung der Studiengebühren
Durch Studiengebühren wird Bildung zur Ware und Hochschulen werden zu Unternehmen. Bildungsgebühren halten Menschen aus einkommensschwachen Haushalten nachweislich vom Studium ab. Sie sind hochgradig unsozial und fördern die soziale Auslese. Bildung aber ist ein Menschenrecht, darf nicht gehandelt werden und muss für jeden gleichermaßen zugänglich sein.
Für ein am Menschen orientiertes und von wirtschaftlichen Zwängen freies Bildungssystem ist außerdem nötig:
- Selbstbestimmtes Lernen und Leben statt starrem Zeitrahmen, Leistungsdruck und Konkurrenzdruck
- Abschaffung von Kopfnoten und Rücknahme der Lehrzeitverkürzung (G8)
- Freier Bildungszugang für alle Menschen, Lehrmittelfreiheit und Abschaffung von sämtlichen Bildungsgebühren wie Studiengebühren, Ausbildungsgebühren und Kita-Gebühren
- Öffentliche Finanzierung des Bildungssystems ohne Einflussnahme der Wirtschaft unter anderem auf Lehrinhalte, Studienstrukturen und Stellenvergabe
- Radikale Demokratisierung und Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen
Abschaffung der Hochschulräte - Abschaffung von Bachelor/Master in der jetzigen Form
Um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen rufen wir zu massiven Protesten, zum NRW weiten Bildungsstreik am 22.04.2010 und zur bundesweiten Demonstration am 05.05.2010 in Düsseldorf auf.
Wenn Menschen oder Bündnisse den Aufruf unterstützern möchten, besucht bitte: petitionen.uebergebuehr.de.
Die aktuelle Liste der Ünterstützet_innen findet sich auch dort.






Aufruf: Ohne Revolution keine freie Bildung! Revolution Jetzt!
Am 22. April 2010 findet in NRW ein dezentraler Aktionstag für emanzipatorische Bildung statt. Unter dem Motto „Die Bildung gehört allen! Bildungsperspektiven jetzt gemeinsam erkämpfen“ ruft das Bildungsstreik-Bündnis Aachen im Rahmen des Aktionstages zu einer Demonstration auf. Die bisherige Bildungsstreikbewegung stellte zwar Dinge wie Studiengebühren, Kopfnoten oder das dreigliedrige Schulsystem in Frage; die Grundlagen des Bildungssystems blieben jedoch weitestgehend unangetastet. So wurde beispielsweise kein Zusammenhang zwischen der kapitalistischen Verwertungslogik und der Verkürzung der Schulzeit auf acht Jahre oder dem Bachelor/Master-System gesehen. Wir – die Kampagne „Revolution Jetzt!“ – sind hingegen der Auffassung, dass für eine wirklich freie Bildung eine Revolution notwendig ist, welche die bestehenden Herrschaftsverhältnisse umstürzt und eine solidarische antikapitalistische Gesellschaft ohne Herrschaft zum Ziel hat.
Warum denn eigentlich Revolution?
Revolutionäre Kritik ist notwendig. Sie ist notwendig, weil Revolution notwendig ist. Sie ist es, weil das Bildungssystem dem kapitalistischen Profitinteresse unterworfen ist. G8 wurde eingeführt, damit die Arbeitskräfte schneller auf dem Markt sind; Kopfnoten wurden eingeführt, um „sozial ungeeignete“ Menschen aussortieren zu können; es gibt Noten, um Menschen verwertbar zu machen. Bachelor/Master an der Uni haben im Prinzip das gleiche Ziel, wie G8 an Schulen: Die Menschen sollen dem Arbeitsmarkt schneller zur Verfügung stehen. Das Bildungssystem ist nicht dazu da, die Individualität der Einzelnen zu fördern oder aus den Schüler_innen und Studierenden „Demokrat_innen“ zu machen. Es ist dazu da, die Maschine am laufen zu halten, Menschen zu Zahnrädern in der Maschine zu machen. Lasst uns dem etwas entgegensetzen! Seid Sand im Getriebe! Seid krumme Zahnräder! Denn wer will schon ein Stück vom Kuchen, wenn sie_er die ganze verdammte Bäckerei haben kann?!
Wir wollen unsere revolutionäre Kritik auch am 22. April auf der Demo in Aachen in Form eines revolutionären Blocks äußern. Wir rufen alle revolutionären herrschaftskritischen Menschen dazu auf, sich unserem Block anzuschließen und gemeinsam zu zeigen, dass nicht nur das Bildungssystem, sondern auch der Kapitalismus abgeschafft gehören.
Für weitreichende Veränderungen des Bildungssystems!
Für eine revolutionäre Bildungsstreikbewegung!
Stürzt die bestehenden Herrschaftsverhältnisse um!
Revolutionärer Block auf der Bildungs-Demo in Aachen
22. April 2010, 11:30 Uhr
Theaterplatz Aachen