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	<title>Kommentare zu: Aufruf des AStA der FH-Aachen</title>
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		<title>Von: Bernd</title>
		<link>http://www.bildungsstreik-aachen.de/aufruf-des-asta-der-fh-aachen/comment-page-1/#comment-5</link>
		<dc:creator>Bernd</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Nov 2009 12:48:11 +0000</pubDate>
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		<description>Offenbar wird die Rechtschreibung gleich mit bestreikt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Offenbar wird die Rechtschreibung gleich mit bestreikt.</p>
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		<title>Von: egal</title>
		<link>http://www.bildungsstreik-aachen.de/aufruf-des-asta-der-fh-aachen/comment-page-1/#comment-4</link>
		<dc:creator>egal</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 21:02:17 +0000</pubDate>
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		<description>Nie wieder (Schul-)Klassen!

Warum m&#252;ssen wir uns eigentlich f&#252;nf Tage die Woche mit Dingen besch&#228;ftigen, die uns weder gro&#223;artig interessieren, noch au&#223;erhalb von Schule und sp&#228;terem Beruf jemals gebraucht werden? Sinnlose, f&#252;r mich und dich sowohl uninteressante als auch unwichtige Fakten auswendig lernen, nur um diese dann in der Klausur hinzuschreiben und anschlie&#223;end wieder vergessen zu k&#246;nnen. Selbst Themen, die einen sonst interessieren, werden, wenn sie in der Schule behandelt werden, aufgrund des Zwanges sich mit ihnen zu besch&#228;ftigen zur H&#246;lle. Erst recht unter st&#228;ndigem Notendruck und zu absurden Uhrzeiten wie 8 Uhr in der Fr&#252;h. Wenn du Montagmorgen in der Klasse hockst und bereits &#252;ber die Freitagabendgestaltung nachdenkst, denkst du dir da nicht auch gelegentlich: Irgendwas stimmt mit diesem Leben doch nicht?!

Wer? Wie? Was?
Aber warum existiert eine Institution wie Schule &#252;berhaupt in unserer Gesellschaft? Man k&#246;nnte meinen, um den Menschen ein Allgemein- und Fachwissen zu vermitteln, damit man im Alltag m&#246;glichst gut zurechtkommt. F&#252;r grundlegende Dinge (Grundrechenarten, Lesen/Schreiben, zentrale historische Zusammenh&#228;nge usw.) erscheint dies auch logisch. Jedoch stellt sich die Frage, inwiefern z.B. die F&#228;higkeit, Algorithmen auszurechnen und Kenntnis &#252;ber die verschiedenen Monosacharidketten zu besitzen, mir bei meiner Alltagsbew&#228;ltigung helfen soll. Au&#223;erdem: Angenommen, das oft gepredigte, zynische Motto „F&#252;rs Leben lernen wir“ w&#228;re tats&#228;chlich Grundlage des staatlichen Schulbetriebs, w&#228;re es dann nicht sinnvoller, viel mehr alltagstaugliches Wissen wie Kochen oder Sozialverhalten zu vermitteln? Die Annahme, dass Schule existiert, damit jede_r Einzelne in der pers&#246;nlichen Entwicklung und im Alltag unterst&#252;tzt wird, scheint somit vollkommen naiv und absurd.
Andere, die sich vielleicht politisch in der linken Ecke verorten w&#252;rden, meinen, Schule sei deshalb so langweilig und „ineffektiv“, weil „die Politiker und die Reichen“ „das Volk“ dumm halten wollen, damit diese nicht auf revolution&#228;re Gedanken kommen. Ergo werden dann Forderungen wie etwa nach einem h&#246;heren Bildungsetat und besserem deutschen Abschneiden bei den PISA-Tests laut, oder, wie zuletzt bei den bundesweiten Schulstreiks, es wird sich dar&#252;ber beschwert, dass so viele Schulstunden ausfallen. Komisch, dass w&#228;re tats&#228;chlich das Letzte, was ich an der Schule zu kritisieren h&#228;tte, im Gegenteil: Ich freue mich &#252;ber jede Schulstunde, die ausf&#228;llt und in der ich mich statt mit den Funktionen der verschiedenen Organe des Luchses mit anderen, sinnvolleren Sachen besch&#228;ftigen oder einfach ausschlafen kann. Mal ganz abgesehen davon, dass es absurd ist, davon auszugehen, dass ein h&#246;herer Bildungsgrad einen Menschen zwangsl&#228;ufig dazu bringt, &#252;ber die Gesellschaft nachzudenken, bewusster zu leben und so vielleicht auch irgendwann auf wie auch immer geartete „revolution&#228;re Gedanken“ zu kommen, ist diese Annahme schlicht selbst&#252;bersch&#228;tzend; hier wird der Einfluss der politischen Linken auf die Gesellschaft und die Bev&#246;lkerung der BRD leider ma&#223;los &#252;bertrieben.

Wieso? Weshalb? Warum?
Vielleicht ist es f&#252;r die Suche nach Sinn und Zweck von Schule in unserer Gesellschaft sinnvoller, wenn man nicht von „Schule im luftleeren Raum“ ausgeht, sondern sich die Funktionsweise unserer Gesellschaft anschaut und anschlie&#223;end &#252;berlegt, welche Rolle die Schule bzw. Bildung generell in dieser einnimmt. Dann kommt man n&#228;mlich schnell zu der Erkenntnis, dass ohne Menschen, die (fast) jeden Tag arbeiten gehen und um die verf&#252;gbaren Arbeitspl&#228;tze konkurrieren, hier so gut wie nichts funktioniert. Das Prinzip Lohnarbeit scheint zentral wichtig und damit auch die Eignung der Menschen f&#252;r die verschiedenen Arbeiten. Um bei Siemens irgendwelche Staubsauger zu entwickeln, braucht man eine Ausbildung in Elektronik und als Architekt_in sollte man &#252;ber Grundwissen in mathematischer Statik verf&#252;gen. Langsam wird es offensichtlich: Eine Hauptaufgabe des staatlichen Bildungsbetriebs im Kapitalismus ist die Ausbildung von „Menschenrohmaterial“ zu f&#228;higen Arbeitskr&#228;ften, damit diese anschlie&#223;end m&#246;glichst fachkundig f&#252;r die verschiedenen Unternehmen oder auch f&#252;r den Staat selber schuften k&#246;nnen. F&#252;r uns alle konkret hei&#223;t das, dass nach den vielen Jahren Schule (plus eventuell Uni oder Ausbildung) noch viele Jahrzehnte Lohnarbeit anstehen, bevor wir dann Ende 60 endlich in Rente gehen und mit dem Leben anfangen k&#246;nnen. Irgendwas stimmt hier nicht.

Zur&#252;ck zur Schule…
Neben einer derartigen &#246;konomischen Funktion kommt Schule in der b&#252;rgerlichen Gesellschaft auch eine ideologische zu. Warum wird in Geschichte zum Beispiel immer nur die deutsche bzw. die als „deutsch“ konstruierte, sprich die Geschichte der Gebiete der heutigen BRD behandelt? Wenn’s hoch kommt, ist auch mal die franz&#246;sische oder die englische Revolution Thema; durch diese haupts&#228;chlich auf Deutschland und Europa gerichtete Fokussierung des staatlichen Geschichtsunterricht wird uns Sch&#252;ler_innen vermittelt, dass die vor 2000 Jahren lebenden Germanen in irgendeiner Hinsicht mehr „zu uns geh&#246;ren“ als zum Beispiel die Mongolen oder die alten Chinesen. Somit soll auch in Hinblick auf aktuelle politische Debatten die konstruierte deutsche Nation gerechtfertigt und pseudowissenschaftlich erkl&#228;rt werden.
Ein anderes Beispiel f&#252;r die ideologische Funktion der Schule im Kapitalismus ist neben dem Deutsch- oder dem Religions- bzw. Ethikunterricht die „Politische Wissenschaft“. Alle vier Semester der Oberstufe bauen n&#228;mlich auf dem staatsb&#252;rgerlichen Irrglauben auf, der Staat w&#228;re als Ausdruck des „Allgemeinwillens“ der Bev&#246;lkerung in der Lage, die Gesellschaft wesentlich alleine zu gestalten. Aber kein_e PW-Lehrer_in kann leugnen, dass es in der b&#252;rgerlichen Gesellschaft sich widersprechende Interessen, etwa zwischen Arbeitnehmer_in und Chefetage, gibt und die Idee des „Allgemeinwillens“ somit komplett irrsinnig ist. Au&#223;erdem werden die unserer Gesellschaft zugrunde liegenden &#246;konomischen Prinzipien, die den Alltag haupts&#228;chlich bestimmen, so gut wie gar nicht behandelt.

…und zur Gesellschaft
Jetzt da wir sowohl die &#246;konomische als auch die ideologische Aufgabe von Schule im Kapitalismus grob erfasst haben, wird auch klarer, was ein „erfolgreiches“ Schulsystem ist. N&#228;mlich keineswegs, wie das weiterhin von einigen naiven Gutgl&#228;ubigen behauptet wird, die Vermittlung von m&#246;glichst viel Wissen f&#252;r Alle – denn dann w&#228;re der Gro&#223;teil der Arbeitskr&#228;fte n&#228;mlich &#252;berqualifiziert und wer soll dann noch bei Kaisers an der Kasse sitzen?! Aber auch kein „Dummhalten“ der Bev&#246;lkerung: Deutsche Unternehmensvertreter beschweren sich regelm&#228;&#223;ig &#252;ber die schlecht ausgebildeten Arbeiter_innen, die das deutsche Schulsystem produziert, woraufhin Politiker_innen schnell verlauten lassen, dass alles M&#246;gliche f&#252;r eine Besserung der Lage getan w&#252;rde. Ein erfolgreiches Schulsystem im Kapitalismus sorgt neben der ideologischen Formung der Sch&#252;ler_innen vielmehr f&#252;r eine m&#246;glichst optimale Befriedigung der unternehmerischen Anforderungen an „deren“ Lohnarbeiter_innen. In National&#246;konomien, in denen wenig Facharbeiter_innen, daf&#252;r viel k&#246;rperliche Arbeitskraft gebraucht wird, ist es also durchaus gewollt und auch innerhalb kapitalistischer Logik notwendig, dass ein Gro&#223;teil der Bev&#246;lkerung keinen guten Bildungsgrad besitzt, weshalb das Abschneiden bei den internationalen PISA-Studien kein Indikator f&#252;r ein „gutes“ oder „schlechtes“ Bildungssystem ist.
Forderungen nach „besserer Bildung f&#252;r alle“, Lernmittelfreiheit oder kleineren Klassen machen die Schulzeit f&#252;r die_den Einzelne_n vielleicht teilweise ertr&#228;glicher, greifen aber zu kurz, da sie den dummen Zweck von Schule im Kapitalismus &#252;berhaupt nicht in Frage stellen bzw. sich diesem oft gar nicht bewusst sind. Somit wird auch beim Thema Schule/Bildung ein weiteres Mal deutlich, dass die L&#246;sung von gesellschaftlichen Problemen und damit auch eine wesentliche Besserung unserer individuellen Situation nur erreicht werden k&#246;nnen, wenn das gro&#223;e Ganze, die derzeitige nationalstaatlich-kapitalistische Organisierung der Gesellschaft &#252;berdacht und letztlich durch Alternativen ersetzt wird.

http://strassenauszucker.blogsport.de/2009/04/20/nie-wieder-schul-klassen/</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nie wieder (Schul-)Klassen!</p>
<p>Warum m&#252;ssen wir uns eigentlich f&#252;nf Tage die Woche mit Dingen besch&#228;ftigen, die uns weder gro&#223;artig interessieren, noch au&#223;erhalb von Schule und sp&#228;terem Beruf jemals gebraucht werden? Sinnlose, f&#252;r mich und dich sowohl uninteressante als auch unwichtige Fakten auswendig lernen, nur um diese dann in der Klausur hinzuschreiben und anschlie&#223;end wieder vergessen zu k&#246;nnen. Selbst Themen, die einen sonst interessieren, werden, wenn sie in der Schule behandelt werden, aufgrund des Zwanges sich mit ihnen zu besch&#228;ftigen zur H&#246;lle. Erst recht unter st&#228;ndigem Notendruck und zu absurden Uhrzeiten wie 8 Uhr in der Fr&#252;h. Wenn du Montagmorgen in der Klasse hockst und bereits &#252;ber die Freitagabendgestaltung nachdenkst, denkst du dir da nicht auch gelegentlich: Irgendwas stimmt mit diesem Leben doch nicht?!</p>
<p>Wer? Wie? Was?<br />
Aber warum existiert eine Institution wie Schule &#252;berhaupt in unserer Gesellschaft? Man k&#246;nnte meinen, um den Menschen ein Allgemein- und Fachwissen zu vermitteln, damit man im Alltag m&#246;glichst gut zurechtkommt. F&#252;r grundlegende Dinge (Grundrechenarten, Lesen/Schreiben, zentrale historische Zusammenh&#228;nge usw.) erscheint dies auch logisch. Jedoch stellt sich die Frage, inwiefern z.B. die F&#228;higkeit, Algorithmen auszurechnen und Kenntnis &#252;ber die verschiedenen Monosacharidketten zu besitzen, mir bei meiner Alltagsbew&#228;ltigung helfen soll. Au&#223;erdem: Angenommen, das oft gepredigte, zynische Motto „F&#252;rs Leben lernen wir“ w&#228;re tats&#228;chlich Grundlage des staatlichen Schulbetriebs, w&#228;re es dann nicht sinnvoller, viel mehr alltagstaugliches Wissen wie Kochen oder Sozialverhalten zu vermitteln? Die Annahme, dass Schule existiert, damit jede_r Einzelne in der pers&#246;nlichen Entwicklung und im Alltag unterst&#252;tzt wird, scheint somit vollkommen naiv und absurd.<br />
Andere, die sich vielleicht politisch in der linken Ecke verorten w&#252;rden, meinen, Schule sei deshalb so langweilig und „ineffektiv“, weil „die Politiker und die Reichen“ „das Volk“ dumm halten wollen, damit diese nicht auf revolution&#228;re Gedanken kommen. Ergo werden dann Forderungen wie etwa nach einem h&#246;heren Bildungsetat und besserem deutschen Abschneiden bei den PISA-Tests laut, oder, wie zuletzt bei den bundesweiten Schulstreiks, es wird sich dar&#252;ber beschwert, dass so viele Schulstunden ausfallen. Komisch, dass w&#228;re tats&#228;chlich das Letzte, was ich an der Schule zu kritisieren h&#228;tte, im Gegenteil: Ich freue mich &#252;ber jede Schulstunde, die ausf&#228;llt und in der ich mich statt mit den Funktionen der verschiedenen Organe des Luchses mit anderen, sinnvolleren Sachen besch&#228;ftigen oder einfach ausschlafen kann. Mal ganz abgesehen davon, dass es absurd ist, davon auszugehen, dass ein h&#246;herer Bildungsgrad einen Menschen zwangsl&#228;ufig dazu bringt, &#252;ber die Gesellschaft nachzudenken, bewusster zu leben und so vielleicht auch irgendwann auf wie auch immer geartete „revolution&#228;re Gedanken“ zu kommen, ist diese Annahme schlicht selbst&#252;bersch&#228;tzend; hier wird der Einfluss der politischen Linken auf die Gesellschaft und die Bev&#246;lkerung der BRD leider ma&#223;los &#252;bertrieben.</p>
<p>Wieso? Weshalb? Warum?<br />
Vielleicht ist es f&#252;r die Suche nach Sinn und Zweck von Schule in unserer Gesellschaft sinnvoller, wenn man nicht von „Schule im luftleeren Raum“ ausgeht, sondern sich die Funktionsweise unserer Gesellschaft anschaut und anschlie&#223;end &#252;berlegt, welche Rolle die Schule bzw. Bildung generell in dieser einnimmt. Dann kommt man n&#228;mlich schnell zu der Erkenntnis, dass ohne Menschen, die (fast) jeden Tag arbeiten gehen und um die verf&#252;gbaren Arbeitspl&#228;tze konkurrieren, hier so gut wie nichts funktioniert. Das Prinzip Lohnarbeit scheint zentral wichtig und damit auch die Eignung der Menschen f&#252;r die verschiedenen Arbeiten. Um bei Siemens irgendwelche Staubsauger zu entwickeln, braucht man eine Ausbildung in Elektronik und als Architekt_in sollte man &#252;ber Grundwissen in mathematischer Statik verf&#252;gen. Langsam wird es offensichtlich: Eine Hauptaufgabe des staatlichen Bildungsbetriebs im Kapitalismus ist die Ausbildung von „Menschenrohmaterial“ zu f&#228;higen Arbeitskr&#228;ften, damit diese anschlie&#223;end m&#246;glichst fachkundig f&#252;r die verschiedenen Unternehmen oder auch f&#252;r den Staat selber schuften k&#246;nnen. F&#252;r uns alle konkret hei&#223;t das, dass nach den vielen Jahren Schule (plus eventuell Uni oder Ausbildung) noch viele Jahrzehnte Lohnarbeit anstehen, bevor wir dann Ende 60 endlich in Rente gehen und mit dem Leben anfangen k&#246;nnen. Irgendwas stimmt hier nicht.</p>
<p>Zur&#252;ck zur Schule…<br />
Neben einer derartigen &#246;konomischen Funktion kommt Schule in der b&#252;rgerlichen Gesellschaft auch eine ideologische zu. Warum wird in Geschichte zum Beispiel immer nur die deutsche bzw. die als „deutsch“ konstruierte, sprich die Geschichte der Gebiete der heutigen BRD behandelt? Wenn’s hoch kommt, ist auch mal die franz&#246;sische oder die englische Revolution Thema; durch diese haupts&#228;chlich auf Deutschland und Europa gerichtete Fokussierung des staatlichen Geschichtsunterricht wird uns Sch&#252;ler_innen vermittelt, dass die vor 2000 Jahren lebenden Germanen in irgendeiner Hinsicht mehr „zu uns geh&#246;ren“ als zum Beispiel die Mongolen oder die alten Chinesen. Somit soll auch in Hinblick auf aktuelle politische Debatten die konstruierte deutsche Nation gerechtfertigt und pseudowissenschaftlich erkl&#228;rt werden.<br />
Ein anderes Beispiel f&#252;r die ideologische Funktion der Schule im Kapitalismus ist neben dem Deutsch- oder dem Religions- bzw. Ethikunterricht die „Politische Wissenschaft“. Alle vier Semester der Oberstufe bauen n&#228;mlich auf dem staatsb&#252;rgerlichen Irrglauben auf, der Staat w&#228;re als Ausdruck des „Allgemeinwillens“ der Bev&#246;lkerung in der Lage, die Gesellschaft wesentlich alleine zu gestalten. Aber kein_e PW-Lehrer_in kann leugnen, dass es in der b&#252;rgerlichen Gesellschaft sich widersprechende Interessen, etwa zwischen Arbeitnehmer_in und Chefetage, gibt und die Idee des „Allgemeinwillens“ somit komplett irrsinnig ist. Au&#223;erdem werden die unserer Gesellschaft zugrunde liegenden &#246;konomischen Prinzipien, die den Alltag haupts&#228;chlich bestimmen, so gut wie gar nicht behandelt.</p>
<p>…und zur Gesellschaft<br />
Jetzt da wir sowohl die &#246;konomische als auch die ideologische Aufgabe von Schule im Kapitalismus grob erfasst haben, wird auch klarer, was ein „erfolgreiches“ Schulsystem ist. N&#228;mlich keineswegs, wie das weiterhin von einigen naiven Gutgl&#228;ubigen behauptet wird, die Vermittlung von m&#246;glichst viel Wissen f&#252;r Alle – denn dann w&#228;re der Gro&#223;teil der Arbeitskr&#228;fte n&#228;mlich &#252;berqualifiziert und wer soll dann noch bei Kaisers an der Kasse sitzen?! Aber auch kein „Dummhalten“ der Bev&#246;lkerung: Deutsche Unternehmensvertreter beschweren sich regelm&#228;&#223;ig &#252;ber die schlecht ausgebildeten Arbeiter_innen, die das deutsche Schulsystem produziert, woraufhin Politiker_innen schnell verlauten lassen, dass alles M&#246;gliche f&#252;r eine Besserung der Lage getan w&#252;rde. Ein erfolgreiches Schulsystem im Kapitalismus sorgt neben der ideologischen Formung der Sch&#252;ler_innen vielmehr f&#252;r eine m&#246;glichst optimale Befriedigung der unternehmerischen Anforderungen an „deren“ Lohnarbeiter_innen. In National&#246;konomien, in denen wenig Facharbeiter_innen, daf&#252;r viel k&#246;rperliche Arbeitskraft gebraucht wird, ist es also durchaus gewollt und auch innerhalb kapitalistischer Logik notwendig, dass ein Gro&#223;teil der Bev&#246;lkerung keinen guten Bildungsgrad besitzt, weshalb das Abschneiden bei den internationalen PISA-Studien kein Indikator f&#252;r ein „gutes“ oder „schlechtes“ Bildungssystem ist.<br />
Forderungen nach „besserer Bildung f&#252;r alle“, Lernmittelfreiheit oder kleineren Klassen machen die Schulzeit f&#252;r die_den Einzelne_n vielleicht teilweise ertr&#228;glicher, greifen aber zu kurz, da sie den dummen Zweck von Schule im Kapitalismus &#252;berhaupt nicht in Frage stellen bzw. sich diesem oft gar nicht bewusst sind. Somit wird auch beim Thema Schule/Bildung ein weiteres Mal deutlich, dass die L&#246;sung von gesellschaftlichen Problemen und damit auch eine wesentliche Besserung unserer individuellen Situation nur erreicht werden k&#246;nnen, wenn das gro&#223;e Ganze, die derzeitige nationalstaatlich-kapitalistische Organisierung der Gesellschaft &#252;berdacht und letztlich durch Alternativen ersetzt wird.</p>
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